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Standardisieren, um zu innovieren: ein offener Dialog zwischen Standardisierung, Forschung und Nachhaltigkeit
UNI (Ente Italiano di Normazione, Mailand) war Gastgeber des Workshops „Biokraftstoffe, e-Fuels und Nachhaltigkeitsstrategien: Forschung trifft Standardisierung“ — der ersten Dissemination-Veranstaltung des EU-geförderten BeBOP-Projekts.

Gestern hat UNI (Ente Italiano di Normazione, Mailand) den Workshop „Biokraftstoffe, E-Fuels und Nachhaltigkeitsstrategien: Forschung trifft Normung“ ausgerichtet. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der ersten Dissemination-Veranstaltung des EU-geförderten BeBOP-Projekts organisiert (Biomass to bio/E-methanol by Breakthrough SOEC-based Process: die BeBOP-Innovation, G. A. n. 101178117).
- Marco La Monica (ENEA) hielt als Experte für Kreislaufwirtschaft und industrielle Symbiose den Vortrag mit dem Titel: Designing Tomorrow’s Energy with Circular Principles;
- Alessandro Marson (Universität Padua) mit einem Vortragsslot zu Umweltmanagement und LCA – Measuring Sustainability: the role of Life Cycle Assessment;
- Silvia Pavoni (ENI) hielt aufgrund ihrer Expertise zu Biokraftstoffen und E-Fuels einen Vortrag mit dem Titel Rethinking Energy: the role of Biofuels and E-fuels in tomorrow’s energy mix.
die von Doktorandinnen und Doktoranden sowie Forschenden präsentiert wurden. Die vorgestellten Poster behandelten Themen von der Produktion von Bio- und E-Fuels über die Rückgewinnung kritischer Materialien aus Reststoffbiomasse bis hin zu neuen Methoden zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Technologien.
Der Workshop endete mit einer
Mit diesem Workshop bekräftigt das BeBOP-Projekt sein Engagement für die Förderung eines integrierten und kreislauforientierten Ansatzes bei der Produktion nachhaltiger Bio-/E-Fuels und trägt damit zu den europäischen Zielen der Dekarbonisierung und industriellen Wettbewerbsfähigkeit bei.
Die während der Veranstaltung geteilten Materialien und Erkenntnisse, einschließlich aller vorgestellten Poster und der Präsentationen der Referentinnen und Referenten, werden auf der offiziellen Website des BeBOP-Projekts und über die Kommunikationskanäle der Partner zur Verfügung gestellt.
Kreislaufwirtschaft – Designing Tomorrow’s Energy with Circular Principles
Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist eine der Säulen der europäischen Strategie für Klimaneutralität bis 2050. Kreislaufprinzipien anzuwenden bedeutet in erster Linie, Ressourcenverschwendung zu verringern, den Lebenszyklus von Materialien zu verlängern und Abfälle in neue wertvolle Ressourcen zu verwandeln. Im Energiesektor nimmt dies die Form von Netzwerken industrieller Symbiose an, in denen die Nebenprodukte eines Prozesses zu den Rohstoffen eines anderen werden und so gleichzeitig lokale Synergien und Resilienz schaffen. BeBOP verkörpert diese Vision, indem es Reststoffbiomasse zur Produktion von Methanol nutzt, Asche und Biokohle verwertet und kritische Metalle zurückgewinnt, die in neue industrielle Kreisläufe zurückgeführt werden können.
Umweltmanagement und LCA (Life Cycle Assessment) – Measuring Sustainability: the role of Life Cycle Assessment
Jede neue Technologie muss über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg sowohl technische Machbarkeit als auch ökologische Nachhaltigkeit nachweisen. Die LCA-Methodik ist das international anerkannte Analysewerkzeug, um Auswirkungen, Nutzen und Zielkonflikte zu messen und langfristige Entscheidungen zu treffen.
Ein einfaches Beispiel: Ist eine Zahnbürste aus Holz wirklich nachhaltiger als eine herkömmliche aus recyceltem Kunststoff? Wenn sie häufiger ersetzt werden muss, könnte die Gesamtauswirkung der Holzzahnbürste tatsächlich größer sein als die der herkömmlichen aus recyceltem Kunststoff. Die LCA lehrt uns daher, dass „Bio“-Rohstoffe allein nicht ausreichen, um Nachhaltigkeit zu garantieren: Der gesamte Lebenszyklus zählt. Dies ist dasselbe Prinzip, das BeBOP leitet: mit objektiven Daten nachzuweisen, dass die Nutzung von Reststoffbiomasse zur Produktion von Bio-/e-Methanol eine wirklich wettbewerbsfähige und nachhaltige Alternative ist, indem Emissionsniveaus, Wasserverbrauch, und Materialkreislauffähigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet werden.
Biokraftstoffe und E-Fuels – Rethinking Energy: the role of Biofuels and E-fuels in tomorrow’s energy mix
Biokraftstoffe und E-Fuels sind wichtige Hebel, um die Dekarbonisierung von Sektoren zu beschleunigen, die schwerer zu elektrifizieren sind, wie Schwerverkehr, Schifffahrt, Luftfahrt und Industrie. Biokraftstoffe basieren auf biologischen Ressourcen mit niedrigem CO2-Gehalt, während E-Fuels grünen Wasserstoff und abgeschiedenes CO2 kombinieren und dabei den Kohlenstoff im Endprodukt binden. Die rasche Integration dieser Lösungen ist grundlegend, um die europäischen Energieziele zu erreichen, auch wenn dies im Hinblick auf wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und großmaßstäbliche Verfügbarkeit eine Herausforderung bleibt. BeBOP begegnet dieser Herausforderung mit einem innovativen Verfahren, das Reststoffbiomasse und grünen Wasserstoff zur Produktion von erneuerbarem Methanol kombiniert und damit eine praxistaugliche und skalierbare Lösung für den neuen europäischen Energiemix bietet.
Das BeBOP-Projekt in Zahlen: Startdatum: 1. Oktober 2024; Gesamtprojektdauer: 48 Monate; Gesamtbudget und EU-Beitrag: 11.166.415,71 Euro; 12 Partner: EUCORE (Koordinator, Italien), Politecnico di Milano (Italien), LUT University (Finnland), VTT (Finnland), ELCOGEN (Estland und Finnland), ICODOS (Deutschland), ECODESIGN company GmbH (Österreich), INERIS (Frankreich), WOOD (Italien), RIC (Polen), UNI – Ente Italiano di Normazione (Italien)
EUCORE: BeBOP-Projektkoordinator, Leiter der Aktivitäten für Dissemination, Kommunikation und Verwertung.
Politecnico di Milano: eine der größten technischen Universitäten Italiens. Das Politecnico di Milano ist der wissenschaftliche Koordinator des Projekts zur Unterstützung von EUCORE und verantwortlich für die experimentelle Erprobung der Elektrolysezelle sowie die Simulation der integrierten Biomasse-zu-Methanol-Anlage.
LUT University: die finnische Universität, die für die Modellierung der digitalen Zwillinge der BeBOP-Technologie verantwortlich ist.
VTT: das unabhängige finnische Forschungsinstitut, das die Pilotanlage beherbergt, die derzeit für die Integration von Vergaser, Gasreinigung, Festoxid-Elektrolyseur und Methanolsynthese-Einheit konstruiert, gebaut und integriert wird.
ELCOGEN: bestehend aus ihrer finnischen Niederlassung (ELCOY) und der estnischen (ELCOGEN), ist die ELCOGEN-Gruppe für die Konstruktion und Fertigung neuartiger Festoxidzellen verantwortlich, die in eine neue Stack-Plattform integriert und für die großmaßstäbliche Produktion ausgelegt sind.
ICODOS: das deutsche KMU, das für Engineering und Design der Methanoleinheit verantwortlich ist, die mit einem 3D-gedruckten Reaktor zur Integration in die Pilotanlage bei VTT ausgestattet ist
ECODESIGN company GmbH: die österreichische Ingenieurberatung, die dafür verantwortlich ist, sicherzustellen, dass die Pilotanlage, ihre Komponenten sowie der gesamte Prozess so konzipiert sind, dass sie Prinzipien der Kreislaufwirtschaft berücksichtigen. Darüber hinaus wird das Unternehmen eine LCA nicht nur für die Pilotanlage, sondern auch für einen hochskalierten Prozess durchführen, um dessen potenzielle künftige ökologische Tragfähigkeit zu bewerten.
INERIS: ein französisches nationales Institut, das zum Projekt mit der Bewertung von Risikoanalyse und Kosten-Nutzen-Analyse sowie Handprint-Analyse zur gesellschaftlichen Akzeptanz beiträgt.
WOOD: ein weltweit führendes Unternehmen in Beratung und Engineering, dessen Aufgabe darin besteht, das BeBOP-Scale-up, die Pre-FEED-Studie und die wirtschaftliche Analyse einer BeBOP-Anlage im kommerziellen Maßstab zu entwickeln sowie die Verwertung der Projektergebnisse zu unterstützen.
RIC: das polnische Forschungs- und Innovationszentrum, dessen Aufgabe im Projekt darin besteht, eine Methode zur Extraktion von Spurenelementen aus festen Vergasungsrückständen zu entwickeln und Methoden zur Rückgewinnung von Schwermetallen zu erarbeiten.
UNI: das italienische Normungsgremium, das für die Erfassung bestehender Normen und die Förderung der Entwicklung neuer Vornormungsdokumente verantwortlich ist.
